Rückseiten

RÜCKSEITEN
In der neuen Serie besticke ich ausschließlich Rückseiten von Fotografien, indem die Konturen von abgelichteten Frauen, in verschiedene Haltungen, (pin up, stehen, und in einer bewegung), mit einem Faden nachgezogen werden. ich konjugiere weitgehend klassische/sexistische Posen weiblicher Ikonografie durch. Die/der BetrachterIn wird mit ihrem/seinem eigenen Wissen darüber konfrontiert, fällt aber zugleich bildlich ins Leere, also auf sein eigenes visuelles Erfahrungswissen, auf Visiotypen, auf seine eigenen Projektionen zurück. Das Voyeuristische/Skopische geht ins Leere. Die Vorderseite wird nicht gezeigt, ausschließlich die/der KäuferIn hat theoretisch die Möglichkeit auf Einsichtnahme, wenn das Foto entrahmt wird. Das Fotografische ist nur mehr symbolisch über die Firmenaufdrucke auf dem Fotopapier vorhanden, und zweitens aber auch über die indexikalische Verbindung, die der Faden mit dem Lichtbild unterhält. Aber alles Starke, das Versprechen, das sich über den Index in der Fotogeschichte verbindet/verbunden hat, geht verloren, die Fantasien können sich nur noch einem Figur-und-Grund-Spiel enIE Rtzünden. Der warenästhetische (Sex-)Appeal der glänzenden Fotooberfläche hat sich übersetzt in Markennamen (Kodak) und in einen gar nicht zielführenden, ausfranzenden Faden, der nicht glatt und makellos ist. …


meine freundinnen
DIE MÜLLERS




