light-boxes

Leuchtkisten
Auszug aus Pressetext: Hiddenmuseum, Bernhard Kathan
…In Farassats Arbeit wird das Konzept der City Lights auf den Kopf gestellt. Bewegungsmelder bringen das Licht zum Erlöschen, bewegt sich ein Nähe suchender Betrachter auf den Lichtkasten zu. Es ist mehr als ein Spiel. Sissi Farassat beschäftigt sich mit dem schmalen Grat zwischen Preisgabe und Behauptung des Intimen. Heutige Museumsbesucher, die Flügelaltäre bestaunen, oft mit der Kenntnis kleinster Details, da ein Blutspritzer, dort eine Dorne, die hart ins Fleisch sticht, sind sich nicht bewusst, dass Flügelaltäre einst aus relativ großer Distanz betrachtet wurden. In den modernen Gesellschaften haben sich die traditionellen Vorstellungen von Nähe und Distanz aufgelöst. Das Ferne kann in obszöner Weise in die Nähe rücken, das Nahe im Fernen verschwimmen. Sissi Farassat greift in ihrer Arbeit diese Unschärfe auf, bedient sich eines technischen Behelfs der Gegenwart, der üblicherweise dazu dient, verlorengegangene Schwellen zu behaupten. Mit Hilfe von Bewegungsmeldern schalten sich nicht nur Lampen in Vorräumen ein. Sie finden sich auch in Museen. Betritt man etwa einen schwach beleuchteten Raum, um einen Blick auf eine kostbare Handschrift zu werfen, wird es hell. Gisela Steinlechner meint, wir lebten in einer euphorischen Meldekultur. Sensoren, Bewegungsmelder, unsichtbare Apparaturen, die automatisch Türen öffnen, Räume zum Leuchten bringen oder Bilder von einem machen, finden sich heute in nahezu allen Lebensbereichen. Wird der Mechanismus in sein Gegenteil verkehrt, wird es also dunkel, wenn man in die Nähe eines Bildes tritt, so wird der neugierige Betrachter in schmerzhafter Weise an eigene Wünsche und Projektionen erinnert
light-boxes
[…] he who photographs shows what is within him. we know light-boxes from advertisements. they are supposed to show us something. the light-box, however, reveals nothing about itself, it only illuminates its surroundings. even under unfavorable conditions, that is, in the night, our attention is supposed to be drawn to what is shown in it. placed in public spaces and even when only perceivable from a distance they are always present. in sissi farassat’s case, everything is different. her light-box is a dark-box. only the viewer, if he so desires, can make the picture light up. the picture thus appears only when it is made to. farassat shows intimate, private scenes, tells us about desires and we are suddenly in the role of the voyeur. we are looking at a woman lying on a bed whose pose invites us to “come closer.” when we do come closer the image vanishes. farassat thus forces us to keep distance; the image vanishes from the view of whoever comes too close. only the one who stays at a distance sees the image. sissi farassat manages to create a direct relationship between the viewer and the object. she shows the viewer a distinct line where his curiosity must end. the picture that awakens curiosity is used as bait to make the viewer aware of his own voyeurism.